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Tontechnik-Workshop für Jugendliche von 13 bis 18 Jahren

Du spielst auf deinem Instrument leidenschaftlich gerne oder bist Teil einer Band und willst deine Musikalität Freunden und Bekannten zeigen? In diesem Workshop lernst du in vier Nachmittagen wie unkompliziert es sein kann, eine gute Tonaufnahme mit einfachen Mitteln zu erstellen. Wir zeigen Dir was Du alles wissen musst, was dazu gebraucht wird und vor allem wie man damit richtig umgeht – angefangen vom Musikhören bis zur eigenen Aufnahme!

Modul 1: „Von der Note zum Bit – Wie nehme ich mein Instrument auf?“

Inhalt:

Hören – Was hört man wie bei Tonaufnahmen? Welche Instrumente hört man, wie nimmt man sie war?

Gehörschutz – Sensibilisierung auf Hörschädigung, wie klingt ein Hörgerät?

Was bedeutet Stereo / Mono / Surround

Mikrofone

Aufnehmen mit dem Computer

Aufnehmen von Instrumenten – Wohin mit dem Mikrofon?

Klangbearbeitung – Was ist ein Equalizer?

Effekte wie Hall, Delay, Kompressor


4 Einheiten á 1½ Stunden:
18. Februar 2015
25. Februar 2015
4. März 2015
11. März 2015
jeweils 16:30 – 18:00 im Musikum Hof bei Salzburg, Brunnfeldstr. 2, 5322 Hof bei Salzburg


Kosten: € 45,- inkl. Unterlagen, Zahlung in Bar bei Beginn der 2. Einheit


Teilnehmerzahl begrenzt! Bei weniger als 5 Teilnehmern erfolgt Terminverschiebung Kostenlose
Stornierung nur bis eine Woche vor Workshop-Beginn. Danach müssen 20 Prozent der Teilnahmegebühr
bezahlt werden, bei Absage oder Nichterscheinen am Tag des Workshops 50 Prozent. Keine Rückerstattung
von Beiträgen bei Krankheit oder Verhinderung.


Anmeldung und Infos: info@audioDADA.at oder 0664-1213584


In Kooperation mit dem Musikum Hof bei Salzburg


Demnächst!

Ideale Aufstellung Beschallungsanlage

Eine Beschallungsanlage besteht oft aus mehreren Lautsprechern die verschiedene Aufgaben erfüllen. Einerseits ist es bei Konzerten die primäre Aufgabe die Zuhörerschaft zu beschallen, andererseits ist es jedoch genauso wichtig, den Musikern auf der Bühne die Möglichkeit zu geben, sich selber deutlich hören zu können. Je besser sich ein Musiker selber hört, desto kontrollierter wird derjenige sein Instrument handhaben und eine entsprechend bessere musikalische Darbietung abliefern können.
Die ideale Situation beider Seiten erfordert eine seperate Beschallung der jeweiligen Bereiche durch mehrere Lautsprecher - dass Publikum und Musiker im selben Bereich stehen ist per Definition eines Bühnenbereiches pragmatischerweise ausgeschlossen.
Oft sind jedoch nicht mehr als zwei Lautsprecher verfügbar und es bleibt nichts anderes übrig, als die Publikumsbeschallung und das sogenannte "Monitoring" - die Beschallung der Musiker auf der Bühne - miteinander zu verknüpfen. Nun entstehen durch diese notdürftige Lösung - die Aufstellung der Lautsprecher hinter den Musikern nach vorne ins Publikum gerichtet - mehrere Probleme.
Ein Mikrofon nimmt den Schall aus bestimmten Richtungen - je nach Bauart und richtungsspezifischer Empfindlichkeit - unterschiedlich gut auf. Bei z.B. "klassischen" Gesangsmikrofonen für die Bühne ist meist der von vorne (entlang der Längsachse) eintreffende Schall jener, der am besten aufgenommen werden kann. "Am besten" bedeutet hier so detailgetreu wie möglich - ohne durch etwaiige bauprinzipbedingte Einflüsse klanglich verfärbt zu werden. Ist nun statt eines Sängers direkt der Lautsprecher in dieser optimalen Position, wird das von diesem Lautsprecher reproduzierte Signal am detailgetreustem aufgenommen und wiederum im selben Moment von diesem Lautsprecher wiedergeben - vorausgesetzt dieses Mikrofon wird überhaupt mittels dieses Lautsprechers verstärkt. Der Effekt der hierbei entsteht ist der am häufigsten wahrgenomme Effekt der Tontechnik - die Rückkoppelung (englisch auch "Feedback"). Dieser technische Terminus bedeutet nichts anderes als eine elektroakustische Unendlichschleife bei der ein abgegebenes Signal aufgenommen wird und wiederum abgegeben wird usw. - es entsteht somit eine theoretisch unendlich hohe Verstärkung. Praktisch ist diese natürlich durch diverse Einflüsse, wie die Leistung oder Gesamtlautstärke des verwendeten Wiedergabesystems, limitiert. Diese Limitation ist etwas sehr hilfreiches - man stelle sich nur vor, in wievielen unachtsamen Momenten eine theoretisch unendlich laute Rückkoppelung Hörorgane zerstören könnte..
Diese Rückkoppelungen sind an sich nichts primär Zerstörendes, was einer Beschallungsanlage schaden könnte - meist hält das Equipment stand - hin und wieder werden dadurch allerdings - je nach Rückkoppelungsfrequenz - diverse Bauteile im Lautsprecher zerstört. Am anfälligsten bei derartigen Szenarien sind Hochtöner, die für die Wiedergabe - wie der Name schon aussagt - der hohen Töne zuständig sind. Glücklicherweise sind diese auch kostengünstig zu ersetzen und meist in ein paar Minuten eingebaut - aber wer möchte das schon während einer Veranstaltung?
Rückkoppelungen lassen sich durch die ideale Aufstellung der Lautsprecher in den Griff bekommen. Zeigt ein Mikrofon mit seiner "Haupteinsprechrichtung" - seiner empfindlichsten Richtung aus der Schall am detailreichsten aufgenommen wird - direkt in Richtung eines Lautsprechers, sollte man dies ändern. Je nach Mikrofontypus, eingestellter Verstärkung und Klangregelung ist die Gefahr einer bevorstehenden Rückkoppelung größer oder kleiner. Grundlegend kann man sich jedoch vor hochfrequenten Rückkoppelungen schützen indem Mikrofone nicht direkt in Richtung eines Lautsprechers zeigen. "Pfeift" es jedoch einmal tieffrequent, nützt die Drehung des Mikrofons nur selten, vielmehr ist der Abstand von Quelle zur Senke zu vergrößern bzw. die eingestellte Verstärkung zurückzudrehen.
Hat man weiterhin Probleme mit Rückkoppelungen hilft ein grafischer Equalizer meist wahre Wunder!

00:24:14 am 03.08.2014 von audioDADA - Tontechnik -

Proberaumakustik

Wer mit der eigenen Band im umfunktionierten Kellerraum probt, trifft meist auf die üblichen Probleme. Zunächst ist alles zu laut und undefiniert. Hat man den Raum akustisch wenig behandelt, äußert sich dies nach der ersten angestimmten Nummer in einem beängstigendem Ohrensausen. Hier hat man seine Gesundheit bereits gefährdet!! Schnelle Abhilfe schafft ein Taschentuch das man in die Ohren hineindrückt - nachdem man diesen ersten Schritt gegangen ist, ist schon viel gegen einen eventuell auftretenden Hörverlust getan. Allerdings fördert das nicht unbedingt den Spielgenuss - ganz im Gegenteil - scheinbar ist laut gut und leise langweilig! Also Taschentuch wieder raus - wenn man's nicht schon zu tief ins Ohr hineingedrückt hat und sich nun das Trommelfell damit um den äußersten Platz im Mittelohr streiten muss.
Nun wird vielleicht doch an die akustische Optimierung des Proberaums gedacht und man fährt zum nächsten Bauernhof und holt sich 150 Eierkartons - oft gesehen also wird's schon helfen. Nach 5 Stunden Arbeit sieht das getane Werk recht überzeugend aus und es wird gleich daraufhin die nächste Nummer angestimmt. Resultat? Klar bringt es was - immerhin will man den dahinterstehenden Aufwand nicht so leicht vergessen.
Vielleicht ist man aber auch nicht zufrieden und hat gleich in massig Noppenschaum investiert und auch diesen über alle verfügbaren Flächen angebracht. Hier ist das Resultat schon mal deutlich hörbar und die Lautstärke wurde dadurch schon etwas reduziert.

An diesem Punkt bleibt man allerdings oft stehen und freundet sich mit dem Klang des Raumes und dem Sound bei den Bandproben an. Die Beschallungsanlage tut ihre Sache und alle sind zufrieden - bis auf den Bassisten. Selbst mit einem zuhause ideal abgestimmten Sound gelang es ihm bisher noch nicht, seine klanglichen Wünsche auch im Beisein aller zu verwirklichen. Warum?
Die Lösung ist simpel: Durch den Noppenschaum wurden nicht alle Frequenzen gleichermaßen gedämpft, je nach Dicke des Materials können akustische Probleme damit erst über 1 kHz behandelt werden. Diese Frequenz entspricht etwa dem Tonbereich wenn man einen mitteltiefen Ton pfeift. Unterhalb dieses Tones ist die Wirkung des Noppenschaumstoffs beinahe gleich Null! Wie sollte man dadurch also tiefe Frequenzen bedämpfen können?

Das Ziel einer akustischen Optimierung eines Proberaumes unterscheidet sich grundlegend in den Anwendungsgebieten. Handelt es sich um einen Proberaum für kammermusikalische oder sinfonische Musik - im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft als E-Musik bezeichnet - spielt die Verständigung der einzelnen Register untereinander eine primäre Rolle. Je nach Größe des Ensembles ist man weiters darauf bedacht, die Gesamtlautstärke (also die durch den Raum reflektierte akustische Energie) so gering wie möglich zu halten. Verschiedene Techniken wie Trennwände, Absorber oder Diffusoren stehen hier zur Verfügung.
Handelt es sich dagegen um einen Proberaum z.B. einer Rock/Pop-Band spielt die akustische Verständigung untereinander aufgrund der hierbei oft eingesetzten Beschallungsanlage keine Rolle mehr, es steht vielmehr die effektive Reduzierung der Nachhallzeit im Vordergrund. Bei dieser Reduzierung der akustischen Energie im Raum ist allerdings stets zu beachten, dass eine gleichmäßige Reduktion der Nachhallzeit über das gesamte (hörbare) Frequenzspektrum erfolgt. Durch den vorhin angesprochenen Noppenschaum besteht jedoch die Gefahr, einen auf den ersten Blick respektablen Erfolg erzielt zu haben. Wie durch die ebenfalls vorhin erwähnte vernachlässigte Bedämpfung der tiefen Frequenzen ensteht jedoch ein Ungleichgewicht zwischen denselbigen und den hohen Frequenzen in der Nachhallzeit. Dies hat zur Folge, dass gerade bei den Fundamenten, den harmoniestützenden Basstönen eine Undeutlichkeit herrscht und somit zum partiellen Verlust des Tonalität-/Intonationssempfinden führen kann. Folgen sind vielleicht für Instrumentalisten schwer nachzuvollziehen, gerade dann wenn man kein Bassinstrument spielt, für Sänger sind diese Auswirkungen jedoch meist ein weit größeres Problem. Unsicherheiten bei Intonation und Überanstrengung der Stimme durch das andauernde subjektive Verlangen lauter zu singen als die Stimmbänder es physiologisch zulassen - um dadurch eventuell doch seine eigene Stimme besser wahrzunehmen - führen schnell zu einer für den Musiker unbewusst auftretenden Enttäuschung.

Die Grundtöne der menschnlichen Stimme liegen je nach Geschlecht und Alter bei etwa 70 - 400 Hz, typischer Noppenschaum und Eierkartons können die tieffrequenten Bereiche der Hörsamkeit eines Raumes in keinem Maß derart begünstigen, dass ein sauberes und klar definiertes Klangbild entsteht und der Menschlichen Stimme ermöglicht seine Grundtöne transparent wiederzugeben.
Die hier empfohlene Variante zur effektiven Anpassung und der Linearisierung der Nachhallzeit ist die Einbringung von Tieffrequenzabsorbern.

15:23:25 am 30.07.2014 von audioDADA - Akustik -

Abstrahlcharakteristik eines Gitarrenverstärkers

Eine akustische Quelle hat durch seine physikalischen Eigenschaften und dessen Bauart in jede Richtung einen anderen Klang. Ein Lautsprecher wird beispielsweise daraufhin optimiert möglichst nach vorne abzustrahlen - somit ist eine auf den zu beschallenden Bereich reduzierte Beschallung möglich.

Ein klarer Vorteil der bereichseingeschränkten Abstrahlung ist die dadurch erhöhte Reichweite eines Lautsprechers. Die akustische Leistung einer in alle Richtungen, in allen Frequenzen gleichmäßig abstrahlende Quelle sei 1 Watt. Die abgestrahlte Leistung verteilt sich gleichmäßig kugelförmig. Wird aus dieser Kugel nun eine Halbkugel durch z.B. Platzierung der Quelle am schallharten (also 100% reflektierenden) Boden, wird die untere Halbkugel nach oben reflektiert und erhöht somit die Leistung der oberen Halbkugel. Die von der Quelle abgegebene Leistung bleibt weiterhin in Summe konstant, jedoch ist die nach oben abgestrahlte Energie verdoppelt. Die anfänglich kugelförmige Abstrahlung wurde dadurch zu einer gerichteteren.

In der Praxis kann dieser Effekt Vor- und Nachteile mit sich bringen. Stellt man z.B. einen Gitarrenverstärker auf den Boden erhöht sich dadurch seine Lautstärke - allerdings nicht gleichmäßig für alle Frequenzen. Ein Lautsprecher in einem Gitarrenverstärker hat zunächst die Eigenschaften höhere Frequenzen enger und gebündelter abzustrahlen - also keinesfalls gleichmäßig kugelförmig. Zudem entscheidet sich durch die exakte Höhe des Lautsprecher vom Boden - auch nur ein paar cm - die durch konstruktive Interferenz enstehende Frequenz bei der die maximale Überhöhung im Frequenzgang stattfindet. Im Idealfall ist also ein Gitarrenverstärker auf Ohrhöhe des Gitarristen zu stellen bzw. mindestens dort hinzuneigen.
Oft sieht man die Verstärker am Boden hinter dem Gitarrero in Richtung Publikum stehen. Dass hierbei aber lediglich die Hosenbeine und Socken des Gitarristen vom vollen Sound profitieren, merkt dieser erst wenn er sich zu den Bodenpedalen vor sich hinkniet und sein Instrument anschlägt. Ist dann auch noch die Bühne etwas erhöht - dies ist in der Regel bei Konzerten der Fall - haben nicht nur die Hosenbeine und Socken des Gitarristen etwas vom Sound sondern auch die ersten Reihen im Publikum, die nun im Stand direkt in den Gitarrenverstärker blicken können. In dieser Situation wird sich der Gitarrist immer weiter aufdrehen damit er sich hört, davon profitiert er zwar, aber den eben erwähnten Zuhörern der ersten Reihen wird das mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu laut sein.
Die simple Lösung des Problems ist die richtige Aufstellung des Gitarrenverstärkers auf idealer Höhe und deren eventuelle Anwinkelung um mit der Mitte des Lautsprechers direkt auf die Ohren des Gitarristen zu zielen.
Bei Abnahme durch ein Mikrofon kann man die Problematik, dass sich der Gitarrist nicht hört, durch entsprechendes Monitoring zwar ausgleichen, es sollte dann aber wiederum darauf geachtet werden, dass die ersten Zuschauerreihen nicht zu viel Gitarre am Ohr haben..
Ein Vorteil des oben genannten Effektes ist übrigens für kleine Partymusikbeschallungen recht praktisch: Hätte man gerne mehr Bass aber steht mit den Regler schon am Limit oder hört bereits Verzerrungen des Verstärkers, kann man die Lautsprecher entweder am Boden, in eine Raumkante oder in eine Raumecke stellen und erhält dadurch in der Theorie +6, +12 bzw. +18 Dezibel an Bässen. In der Praxis sind diese Werte nicht realistisch, jedoch zumindest wahrnehmbar!

14:29:46 am 30.07.2014 von audioDADA - Tontechnik -

Hörsamkeit

Im täglichen Sprachgebrauch wird oft von einer guten oder schlechten Akustik gesprochen. Der Begriff Akustik bezeichnet jedoch korrekterweise lediglich das Fachgebiet, meint man die akustischen Bedingungen in einem Raum, spricht man von der Hörsamkeit.

Eine damit im Zusammenhang stehende Norm (DIN 18041) beschreibt Sollvorgaben die je nach Verwendungszweck von Räumen spezielle akustische Kriterien erfüllen müssen.

13:53:22 am 30.07.2014 von audioDADA - Akustik -

Nachhallzeit

Stellt man sich den Weg des Schalls von seiner Quelle bis zum Empfänger vor, erfährt dieser auf seiner Strecke zahlreiche akustische Effekte. Der Effekt den man sich am einfachsten vorstellen kann, ist die Reflektion. Ähnlich der Optik wird in der Akustik Schall an einer Fläche im gleichen Winkel reflektiert wie dieser auf jene einfällt. Vergleichbar mit einem Spiegel auf den man schräg draufblickt und dadurch wiederum schräg in den Raum blickt.

In einem geschlossenen Raum wird der Schall durch diverse Flächen wie Wände, Decke und Fussboden sehr oft reflektiert. Mittels dieser Reflexionen entsteht für den Zuhörer in Summe ein räumlicher Eindruck, durch den die geometrischen Dimensionen des Raumes erahnt werden können.
Neben dem direkten Schall, der ohne Reflexion zum Hörer gelangt, existieren auch Anteile, die sich über Wandreflexionen zur Hörposition fortpflanzen. Dieser Teil des Schalls legt durch zahlreiche Reflexionen einen weiteren Weg zurück bis er letzlich beim Hörer ankommt.
Schall besteht aus Energie die durch den Widerstand der Luft auf seinem Weg - wohin auch immer - bedämpft wird - die Lautstärke nimmt also mit dem Weg der zurückgelegt wird, ab. Maßgeblich an der Intensität dieses Verlustes beteiligt, ist der Widerstand des Mediums (z.B. Luft), durch den sich der Schall ausbreitet. Für Reflexionen ist das Material des reflektierenden Körpers von substantieller Bedeutung. Je glatter z.B. die Oberfläche, desto weniger Widerstand wirkt dem Schall entgegen bzw. wird Energie entzogen, folglich wird Schall besser reflektiert. Nach einer gewissen Zeit (und der damit verbundenen zurückgelegten Strecke) ist der Schall jedoch nurmehr leise wahrnehmbar. Man hat sich bei folgender Maßeinheit auf eine einheitliche Abnahme der Lautstärke geeignet. Die Zeit in welcher der Schall im Raum nach einem impulshaften Laut um 60 Dezibel abfällt wird als die Nachhallzeit T60 definiert. Je nach Raumgröße variiert diese von ca. 0,3 für kleine Räume bis 8 Sekunden in großen Hallen und bildet einen aussagekräftigen Wert zur Beschreibung der raumakustischen Verhältnisse.

Die Nachhallzeit ist zwar meist nur ein Wert, da dieser jedoch bei verschiedenen Frequenzen sehr unterschiedlich sein kann, macht es in vielen Anwendungen Sinn, die frequenzspezifischen Nachhallzeiten anzuführen. Ist nur ein Wert angegeben, wurde dieser meist durch Mittelung errechnet und kann in Folge bei irreführenden Aussagen enden.

Neben der T60 werden auch oft T30 oder T10 verwendet. Die Umrechnung untereinander erfolgt durch das entsprechende Verhältnis, z.B. T30 = 1 Sekunden -> T60 = 2 Sekunden. Diese Relation ist möglich, da sich der zeitliche Verlauf des Nachhalls linear verhält und somit interpoliert bzw. extrapoliert (hochgerechnet) werden kann.
Der klare Vorteil von Messungen der T10 oder T20 besteht darin, dass man bei einer T60-Messung mindestens 60 Dezibel über dem Grundgeräuschpegel des zu vermessenden Raumes mit dem impulsgebenden Geräusch ansetzen müsste um den Lautstärkeverlust des anregenden Geräusches noch vom Grundgeräusch unterscheiden zu können. Bei einer Grundgeräuschkulisse von z.B. 40 Dezibel ergäbe dies eine Mindestlautstärke von 100 Dezibel, bei derartigen Lautstärken ergeben sich dadurch in der Praxis oft zahlreiche Probleme mit den Nachbarn..

11:04:14 am 30.07.2014 von audioDADA - Akustik -

Beschallungsanlage zu laut? - Teil2

Wie man also erkennen kann, ist Lautstärke nicht gleich Lautstärke. Wichtig ist zu wissen in welcher Tonhöhe ("Frequenzbereich") eine Überhöhung stattfindet, die den stärksten Anteil am wiedergegeben Klang ausmacht. Filtert man diese "Ausreiser" heraus - regelt also die pregnanten, dominierenden (frequenspezifischen) Anteile in der Laustärke zurück - kann man nun die Gesamtlaustärke wieder etwas anheben und gewinnt dadurch in allen anderen Frequenzbereichen an Lautstärke.
Stellen Sie sich dies wie die Oberfläche einer alten, kaputten Straße vor. Durch enstandene Löcher wird Ihr Auto - wenn Sie darüber fahren - zu schaukeln beginnen. Ab einer gewissen Geschwindigkeit "fliegen" die Reifen über die Löcher hinweg und das Auto wackelt weniger. Befindet sich Wasser in den Löchern werden die Reifen durch die höhere Geschwindigkeit zwar weniger nass, vergleicht man allerdings das Wasser mit ev. nützlichen, klanglichen Anteilen eines Instrumentes oder einer Sprecher- oder Gesangsstimme, gehen diese Informationen, die in den Löchern enthalten sind, verloren. Wenn Sie das eben verstanden haben, schreiben Sie mir eine Email, ich freue mich wenn dieser sehr abstrakte, von mir eben ausgedachtee Vergleich beim Leser ankommt.. Wenn nicht - schreiben Sie mir ebenfalls eine, ich werde es Ihnen gerne nochmals verständlicher erläutern..!
Was ich hiermit erklären wollte ist, dass die Unterschiede im Frequenzgang eines Wiedergabesystems dazu führen, dass als erste Reaktion auf die lauten Frequenzüberhöhungen, die Gesamtlautstärke durch diese wenigen "Spitzen" im Frequenzgang abgestimmt wird, die nicht betonten Frequenzbereiche allerdings dadurch in der Unhörbarkeit versinken können.

Eine weiterer Aspekt bei der Ermittlung der optimalen Wiedergabelautstärke ist die sogenannte Dynamik. Dieser Begriff bezeichnet in der Tontechnik den Unterschied zwischen leisen und lauten Geräuschen oder Tönen. Stellen Sie sich vor die "bösen" Überhöhungen im Frequenzgang eines Wiedergabesystems wären nun idealerweise alle gefunden und eliminiert - der Klang Ihrer Lieblingsnummer von Tina Turner haut Sie vom Hocker. Sobald jedoch ein Sänger von der netten Erzählerstimme in die Metalecke wechselt, werden es Ihnen Ihre Ohren danken, dass Sie zu genau diesem Zeitpunkt bei diesem Wechsel manuell die Lautstärke zurückregeln. Klingt mühsam? Das ist es - muss aber nicht sein. Statt dem Sänger während eines Konzertes seinen Finger am Regler zu schenken gibt es die viel bequemere und praktikablere Möglichkeit einen sogenannten "Kompressor" einzusetzen. Dieses tontechnische Werkzeug dient dazu, die lauten Anteile eines Audiosignals über einem zu definierenden "Schwellenwert" zurückzuregeln. In der Praxis macht dieses Werkzeug genau das wie eben beschrieben - bei leisen Signalen arbeitet es nicht - erst ab einer gewissen Lautstärke wird diese dann zurückgeregelt.
Der Kompressor dient also letztlich dazu, dynamische Signale unter Kontrolle zu halten und diese möglichst gleichmäßig in der Lautstärke durchzulassen. Richtig verdeutlicht wird der Einsatz wenn man bedenkt, dass z.B. Sprache bei Beschallungen verstärkt wird um über einen großen Bereich - dem Publikum - verstanden zu werden. Durch diese Verstärkung erfahren jedoch auch sehr energiereiche Anteile in der Stimme eine Verstärkung. Bei Reden von Politikern, Kaberettisten ist es z.B. durchaus üblich, dramaturgische Höhepunkte und stillere Momente einzubauen, die Sprache also zu erheben oder gleich darauf etwa wieder ruhiger zu werden. Denken Sie an jemanden der vor Ihnen steht und Sie lauthals anschreit - wollen Sie das auch noch verstärkt über eine Beschallungsanlage hören? Das würde wohl jedem Zuhörer die Zehennägel aufstellen und die Ohren schmerzen lassen. Durch den Einsatz von Kompressoren können solche Situationen optimal bewältigt werden.

02:57:24 am 30.07.2014 von audioDADA - Tontechnik -

Beschallungsanlage zu laut? - Teil1

Das Maß aller Dinge - zumindest im Fachbereich der Beschallung - ist wohl die Lautstärke. Wie in vielen anderen Situatonen auch, bestimmt nicht die Quantität sondern vielmehr die Qualität einer Sache über deren subjektive, zufriedenstellende Wahrnehmung. Dementsprechend verhält es sich mit der abgestrahlten akustischen Energie einer elektroakustischen Quelle wie z.B. der eines Lautsprechers. Spätestens zu dem Zeitpunkt an dem die Finger an einen der Lautstärkeregler gelangen, stellt sich schnell die Frage wieviel zu viel oder zu wenig ist. Eine optimale Einstellung ist dabei trivialerweise das Ziel. Kochrezepte sind hierbei jedoch recht schwierig zu formulieren, hängt dieser Parameter doch meistens von zahlreichen variablen Umständen ab, die sich nicht einmal während einer Veranstaltung konstant verhalten. Der Mensch und sein Gehör ist eines der variabelsten Dinge die sich noch dazu von Person zu Person unterscheiden und weiters durch schwammige Ausdrücke im zwischenmenschlichen Informationsaustausch nicht eindeutig definieren lassen. Eine eindeutige Antwort auf diese allgemeine Fragestellung ist also beinahe unmöglich.

Nichtsdestotrotz gibt es glücklicherweise doch ein paar wenige goldene Regeln - diese sind jedoch sehr subjektiv abänderbar und besitzen keine allgemeine Gültigkeit - Pauschalierungen sind wie immer mit Vorsicht zu genießen und ständig kritisch zu hinterfragen und anzupassen.

Eine systematisch sinnvolle Herangehensweise um einen ersten Schritt näher an eine optimale Lautstärkeeinstellung zu gelangen, besteht darin, das Wiedergabesystem auf Unregelmäßigkeiten zu überprüfen. In der Praxis hat es sich bewährt eine bekannte Tonaufnahme in guter Qualität - also z.B. eine CD - über die Beschallungsanlage abzuspielen. Mit einem geschulten Ohr lässt sich somit der Einfluss der Wiedergabekette (Signalquelle - Lautsprecher - Raum - Ohr) auf den Klang der Aufnahme erahnen um in weiterer Folge die ungewünschten Einflüsse kompensieren zu können. Das auffälligste Merkmal, welches auch von ungeübten Ohren schnell wahrgenommen werden kann, sind Betonungen in verschiedenen Tonhöhen. Beispielsweise erkennt man eine Überbetonung der Bässe am Wummern. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass zuviel Bassanteil über das Wiedergabesystem reproduziert wird. Dies ist übrigens sehr oft der Fall - besonders bei Beschallungssituationen in kleinen Räumen. Durch den Einsatz von klangverändernden, tontechnischen Werkzeugen, kann man - in diesem Fall den Bassanteil - reduzieren und erhält somit ein ausgeglicheneres Gesamtklangbild. Ein weiteres Beispiel ist ein schriller Klangeindruck der dem Geräusch einer Kreissäge ähnelt - dies deutet auf zu laute Höhen hin und tritt bei höherer Gesamtlautstärke vermehrt auf.
Treibt man diese Vorgehensweise nun voran und engt die Bereiche der Tonhöhen immer weiter ein, unterteilt also tiefe und hohe Töne immer feiner, kann man dadurch klangliche Überhöhungen klarer definieren und wiederum mit tontechnischen Werkzeugen darauf reagieren. Diese Werkzeuge werden allgemein als "Equalizer" (EQ) bezeichnet. Dieser Name hat sich aus dem Englischen "eingedeutscht" und bedeutet simplerweise angleichen. Man gleicht also das Klangbild durch Anhebungen oder Absenkungen in verschiedenen Tonhöhen einem idealen gleichverteilten Klangbild an. Ideal bedeutet hierbei soviel wie gleichlaut in allen Frequenzen. Ist also zuviel Bass wahrnehmbar, bedient man sich eines EQs und gleicht den Bassanteil - durch Absenkung in diesem Bereich - an das übrige Klangbild an.

Hat man nun also das Klangbild ("Frequenzgang") eines Wiedergabesystems "linear", also gleichmäßig über alle Frequenzen (bzw. Tonhöhen) eingestellt, ist es nun wesentlich simpler eine geeignete Gesamtlautstärke zu finden.

02:08:27 am 30.07.2014 von audioDADA - Tontechnik -

Blogeröffnung

Ab sofort finden Sie hier hilfreiche Tipps zu den Themen Tontechnik & Akustik!

20:58:31 am 28.07.2014 von audioDADA - Allgemein -
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